Janusz KORCZAK

 ein bedeutender polnischer Kinderarzt , Schriftsteller und Pädagoge mit jüdischen Wurzeln,  ein Mensch für Kinder, der allen PädagogInnen einiges ins Stammbuch zu schreiben hatte, ein Mensch, der sein Leben -  bis zum Tod - mit den Kindern teilte.

 


Stellungnahme der Österreichischen Janusz Korczak-Gesellschaft: Kindeswohl und Recht

 

Lapidar formuliert der große Pädagoge Janusz Korczak, der mit seinen Kindern freiwillig in den Tod gegangen ist: „Das Kind wird nicht erst Mensch, es ist schon einer.“ Dem wird wohl kaum jemand widersprechen. Daher gelten die Menschenrechte auch für Kinder. Aber Kinder brauchen einen besonderen Schutz. Es ist gut, dass es Kinderrechte gibt, die Verfassungsrang haben. Sowohl die Menschen- als auch die Kinderrechte müssten in besonderer Weise beachtet werden, weil sie die Grundlage für das gesamte Rechtssystem bilden.

 

 

 

In der Präambel der Kinderrechte wird demnach das Kindeswohl in ganz besonderer Weise hervorgehoben. Es ist im eigentlichen Sinn kein Rechtsbegriff, sondern, weil auf den Menschen und das Kind in seiner Ganzheit bezogen, ethisch zu sehen. Parallel dazu heißt es in der Präambel der Menschenrechtscharta, dass die Würde des Menschen die „Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden“ ist. Im Artikel 1 wird zudem konstatiert, dass alle Menschen, Betonung auf alle – unabhängig von Geschlecht, Alter, Rasse, Religionszugehörigkeit, Behinderung – „frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ sind.

 

 

 

Dies gilt universell, ist also auf jeden Menschen und selbstverständlich auf jedes Kind und all seine Belange bezogen. Außerdem beruht Ethik auf dem Prinzip wechselseitiger Anerkennung. Wird also ein Kind nicht in die Entscheidung bezüglich seiner Belange einbezogen, wird sein Menschsein in Frage gestellt und es erfährt Demütigung.

 

 

 

Solche Entscheidungen lassen sich nicht allein rechtlich argumentieren, sondern nur über das Humane als solches. Da dies häufig nicht geschieht, liegen die Menschenrechte und besonders die Kinderrechte weltweit im Argen. Stellen wir nicht das Humane und das Ethische über das Recht, landen wir im Totalitarismus und in den Unrechtsstaaten, in denen als Recht das gilt, was Machthaber als solches deklarieren und praktizieren.

 

 

 

Solch willkürliche Gewalt geschieht immer dann, wenn Menschen nicht in die sie betreffenden Entscheidungen einbezogen werden. Jede Handlung ist gewaltsam, an der wir nicht in allen Punkten mitgestalten können. Handelt es sich dabei um Kinder, müssten wir diese sogar befähigen und ermächtigen, damit sie an den für sie wichtigen Entscheidungen mitwirken können.

 

 

 

Janusz Korczak postuliert: „Dass es das erste und unbestreitbare Recht des Kindes ist, seine Gedanken auszusprechen und aktiven Anteil an unseren Überlegungen und Urteilen über seine Person zu nehmen.“ Er schreibt dazu: „Das Gefühl der Ohnmacht erzieht zur Verehrung der Stärke; jeder, nicht nur der Erwachsene, sondern jeder Ältere und Stärkere kann seine Unzufriedenheit brutal ausdrücken, seine Forderung durch Stärke bekräftigen und Gehorsam erzwingen: Er kann ungestraft Unrecht tun. Durch unser eigenes Beispiel lehren wir zu verachten, was schwächer ist. Eine schlechte Schule, eine finstere Prognose.“ (Korczak, Wie liebt man ein Kind, SW, Bd. 4, S. 385 f.)

 

 

 

Wollen wir Jugendliche und Erwachsene, die dann nach solchen starken, autoritären Männern rufen?

 

 

 

Die Menschen- und Kinderrechte werden wohl erst dann umgesetzt sein, wenn im Sinne wechselseitiger Anerkennung das Wohl und Glück sowie die Würde jedes Menschen im Mittelpunkt steht. Erst dann dürfen wir auf eine gerechtere Gesellschaft hoffen.

 

 

 

 

 

Univ. Prof. Dr. Karl Garnitschnig

 

 

 

als Vorsitzender für die Österreichische Janusz Korczak-Gesellschaft

 

ZITATE, die nachdenklich machen

„Wir kennen das Kind nicht, schlimmer noch:
wir kennen es aus Vorurteilen.“

 "Aus Furcht, der Tod könnte uns das Kind entreißen, entziehen wir es dem Leben; um seinen Tod zu verhindern, lassen wir es nicht richtig leben."

 „Alle Tränen sind salzig. Wer das begreift, kann erziehen.“


AKTUELLES

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VERSCHOBEN ins Sommersemster

                     Prof. Dr. Karl Garnitschnig
                    "Janusz Korczak"

                      Univ. Prof. Dr. Jan CZAPEK
                     "Über Karel Czapek - 1890 bis 1938)

 

                     Univ. Prof. Dr. Agata Skalskala
                     "Korczaks Perspüektioven auf das Eltern-Kind
  Verhältnis"

 

 


JANUSZ 2020

Am 8. Oktober 2020 wurde der Janusz 2020 vom Landhaus in St. Pölten aus VIRTUELL an die 11 Preisträgerinnen vergeben. In diesewr Feierstunde wurden die Lieblingsliueder angespielt und auch Fr. Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner überrascvhte die live zugeschalteten Jugendliche mit sehrh persönlichen Worten. Danach wurden die  Ausgezeichneten besucht und alle konnten den Janusz nun tatsächlich in ihren Händen halten. Es waren wieder beeindruckende Leistungen, die die Jugendlichen und Kinder trotz allem für ihre Entwicklung vollbrachten. Jansuz wäre stolz auf jeden einzelnen von ihnen.